Von Mikrojobs und Bewerbungsportalen

Es gibt zahlreiche neue Entwicklungen im Internet, manche einfach nur hübsch, manche sogar nützlich.

Auf der Suche nach dem nächsten Job kann man sich demnächst z.B. auf Microjobs umsehen, oder ein Gesuch einstellen. Momentan sind dort zwar nur etwas über 50 Jobangebote bzw. -gesuche vorhanden, aber die Seite ist ja noch jung (und natürlich in der obligatorischen Beta-Phase). Sowohl Angebote als auch Gesuche können kostenlos eingestellt werden.

Änderungen in den Abgaben für 400 € Jobs

Am 22.02. bereits beschloss das Bundeskabinett, die pauschal vom Arbeitgeber zu entrichtenden Abgaben für die sog. Minijobs von derzeit 25 Prozent ab dem 01.07.2006 auf 30 Prozent zu erhöhen, wobei sich der Beitrag zur Krankenversicherung von 11 auf 13 Prozent und der Beitrag zur Rentenversicherung von 12 auf 15 Prozent erhöhen soll, der pauschale Beitrag zur Lohnsteuer bleibt bei 2 Prozent.
Minijobs in Privathaushalten sollen davon allerdings nicht betroffen sein.

Viele in Minijobs arbeitende Studenten und Studentinnen werden sicher darunter leiden, denn Arbeitgeber suchten und fanden den Ausweg, diese Erhöhung zu umgehen und die Abgabenlast auf die Minijobber abzuwälzen.

Wie das konkret aussehen wird, ist in einem Artikel von Stephan Krukowska vom ASTA der Uni Kiel nachzulesen, der mir bzw. uns seine Ausführungen freundlicherweise zur Verfügung stellt (BTW, vielen Dank!):

Nach wie vor müssen viele Studierende neben dem Studium arbeiten. Diese Notwendigkeit wird bei drohenden Studiengebühren sicher nicht geringer werden, denn 1.000 € Mehrkosten im Jahr werden wohl kaum durch reine Umschichtungen innerhalb des studentischen Budgets aufgebracht werden können. Fraglich bleibt aber, ob Städte wie Kiel überhaupt genügend Möglichkeiten bieten einen Job zu finden, denn im März 2006 lag die offizielle Arbeitslosigkeit hier bei über 16% (Landesdurchschnitt: gut 11%, Bundesdurchschnitt: 12%).
Auf möglicherweise weniger Geld für mehr geleistete Arbeitsstunden müssen sich zudem studentische Jobber zum 1.7.06 einstellen. Dann nämlich werden die Arbeitgeberpauschalen bei den Minijobs bis 400 € auf satte 30% erhöht. Konkret heißt das, das ein Arbeitgeber dann zu den 400 € Lohnkosten noch Abgaben von 120 € entrichten muss. Für den Arbeitnehmer bleibt es bei der Abgabenfreiheit.
Wenn der Arbeitgeber allerdings den Lohn geringfügig erhöht (und nach dem 1.7.06 werden das immer mehr Arbeitgeber versuchen; einige Firmen bieten schon jetzt in Kiel keine Jobs mehr bis 400 € an) und einen Betrag innerhalb der sog. Gleitzone zwischen 400 € und 800 € zahlt, dann fallen für ihn bei Studierenden nur noch Beiträge zur Rentenversicherung an (9,75 %). Nehmen wir an, der Vertrag ändert sich auf 420 € statt 400 €, dann hat der Arbeitgeber statt 120 € Abgaben bei einem 400 € Minijob nur noch rund 40 € Abgaben in die Rentenversicherung zu zahlen. Mit dem Mehrlohn von 20 € hat er dann nur etwa halb so viel Zusatzkosten (rund 60 €) wie bei einem 400 € Job (120 €).
Dumm wird das aber für den studentischen Jobber: zum einen muss er um die zwei Stunden mehr für die 420 € arbeiten, zum anderen fallen auch für ihn in der Gleitzone Rentenversicherungsbeiträge von etwa 20 € an. Das mag man ja als Investition in die Zukunft (was immer das ist…) bezeichnen, aktuell bekommt der Studi dann aber mit den ca. 2 Stunden Mehrarbeit auch nur noch 400 € netto im Monat. Noch dramatischer wird das, wenn er womöglich noch in der studentischen Familienversicherung bei seinen Eltern krankenversichert ist. Bis 400 € monatlich kann er nämlich bei einem Minijob dazu verdienen, ohne selbst krankenversicherungspflichtig zu werden. Verdient er aber regelmäßig mehr als 400 € im Monat, dann kann er nicht mehr in der Familienversicherung bleiben, sondern muss sich selbst bei der Krankenkasse versichern. Kosten: knapp 60 € im Monat.
Damit sinkt sein monatliches Einkommen dann sogar auf unter 350 €! Und das wohlgemerkt bei einigen Arbeitsstunden im Monat mehr!
Fazit: die Abgabenerhöhung bei den Minijobs bis 400 € soll mehr Geld in die maroden Sozialkassen spülen, doch da es die Gleitzone nach wie vor unverändert gibt, werden viele Arbeitgeber wohl gerade für Studierende keine Jobs bis 400 € mehr anbieten, fahren sie doch mit Jobs, die mit über 400 € entlohnt werden, deutlich besser: sie haben weniger Abgaben und bekommen mehr Arbeitsstunden für ihr Geld. Die Gelackmeierten sind dann wieder mal die Studierenden, denen ohnehin nichts mehr in die Taschen reingesteckt, denen aber inzwischen sogar aus beiden Taschen genommen wird. Und bei den Sozialkassen wird dann letztendlich auch weniger Geld ankommen. Schöne Reform.
(Stephan Krukowska)

Neue Jobsuchmaschine

Auf Jobscanner hat eine neue Internetsuchmaschine aufgemacht, die grosse Firmen nach Stellenangeboten durchsucht.

Ein Test mit dem Suchkriterium Diplomarbeit/Werkstudent ergab bundesweit immerhin 605 Angebote, die auch relevant sein dürften, da Unternehmen ihre Websites (hoffentlich!) bzw. Stellenangebote aktueller halten, als dies z.B. bei der Agentur für Arbeit der Fall ist, wo mitunter manches Angebot uralt und demzufolge die Stelle schon längst besetzt ist.

Dass Jobscanner die Stellenanzeigen intelligenten Geokoordinaten- und Inhaltsanalysen unterzieht, dürfte aber eher eine technische Notwendigkeit sein, sonst nützten die Auswahlkriterien freilich nicht viel, weil Unternehmen ihre Angaben dort nicht selbst machen.
Anyway, wer suchet, der findet dort vielleicht was. 😉

Jobs während des Studiums

Unter den Absolventinnen und Absolventen der beiden zuletzt befragten Jahrgänge 1997 und 2001 gibt es nur eine kleine Minderheit von rund zehn Prozent, die zu keinem Zeitpunkt während des Studiums gearbeitet haben.
Die große Verbreitung studentischer Erwerbstätigkeit wird unter den neuen Studienstrukturen vermutlich rückläufig sein, wenn, wie zu erwarten steht, die Studiengänge eine stärkere Verdichtung der Studienanforderungen für die Studierenden erfahren.

Zitate aus dem hier interessierenden Teil der letzten aktuellen HIS Absolventenbefragung vom April 2004, speziell zur Erwerbstätigkeit während des Studiums und zur Art der Erwerbstätigkeit während des Studiums.

Nun ist diese Absolventenbefragung an Hochschülern/-innen des Prüfungsjahres 2001 durchgeführt worden, deshalb dürfte sich besonders die Rückläufigkeit studentischer Erwerbstätigkeit in den nächsten Jahren durch die Einführung von Studiengebühren und evt. Kürzung oder gar Abschaffung des Bafög eher ins Gegenteil verkehren.

Zur aktuellen Lage hat das BMBF ein paar Hintergrundinformationen bereitgestellt:
Ein Studium kostet ohne Studiengebühren heute im Schnitt 40.000 Euro. Den größten Teil davon machen dabei die Lebenshaltungskosten aus. Auch heute zahlen die Eltern vorrangig für das Studium ihrer Kinder. 23% der 2002 von der HIS GmbH befragten Abiturienten und auf andere Weise zum Studium Berechtigten nehmen kein Studium auf, weil ihnen die finanziellen Voraussetzungen fehlen. 69 Prozent der heutigen BAföG-Empfänger erklären, dass sie ohne BAföG nicht hätten studieren können. Durch Studiengebühren steigt die faktische Belastung, damit wird die Entscheidung in noch stärkerem Maße von finanziellen Erwägungen geleitet sein.
In den letzten fünf Jahren ist die Studienanfängerquote um 8 Prozentpunkte gesteigert worden – wie die Zahlen zeigen, ist dies nicht zuletzt auch auf die BAföG-Reform und die bessere finanzielle Sicherung der Studierenden zurückzuführen. Die empirischen Belege für einen Zusammenhang zwischen Studienneigung und Studienkosten sind damit nicht von der Hand zu weisen.

Immerhin tröstlich zu wissen: jobben ist gang und gäbe (ihr seid nicht allein ;-)); auch der wirtschaftliche Faktor durch günstige studentische Mitarbeit darf für manche mittelständische Unternehmen nicht unterschätzt werden. Inwieweit das dem allgemeinen Arbeitsmarkt gut tut, lasse ich mal dahingestellt.

[Hochschulabsolventenbefragung (PDF)]

68 % aller Studierenden jobben

In einer Pressemitteilung vom 11.07.2005 (PDF – wer bitteschön, stellt denn Pressemitteilungen lediglich als PDF ins Netz?) verweist das Deutsche Studentenwerk u.a. auch auf ihre aktuellste Sozialerhebung, nach der 68% aller Studierenden neben dem Studium jobben; ein Drittel könnte ohne den Nebenjob das Studium nicht finanzieren.
In Berlin und Hamburg sei die Suche nach einem studentischen Job eher schwierig, in München dagegen halten sich Angebot und Nachfrage die Waage.
Eine zeitlich befristete Beschäftigung während der Semesterferien wird nach Aussage des Studentenwerkes immer weniger offeriert, da die Unternehmen Studenten und Studentinnen lieber längerfristig beschäftigen wollen.

Aus diesem Anlass hat das Studentenwerk einen zweiseitigen Flyer herausgegeben, in dem in komprimierter Form Informationen zur studentischen Jobberei (PDF) zusammengestellt wurden.

Wer es etwas ausführlicher haben mag, der guckt sich in dieser Kategorie von Studium und Arbeit um.

Romling, Karriereplattform für Studenten und Absolventen

Bei romling.com finden sich Jobs, Praktika, Diplomarbeiten etc in Deutschland und im Ausland. Laut ihrer eigenen Aussage sind dort über 1.500 Unternehmen mit Firmenprofil, Ansprechpartnern und Kontaktmöglichkeiten vertreten.
Mein Kurztest ergab tatsächlich eine Reihe sehr interessanter Angebote.

In der Link-Rubrik gibt es eine gut sortierte Liste zu weiteren Jobbörsen. Links zu Jobbörsen für Ferien- und Studentenjobs findet man allerdings unverständlicherweise über die Karrierelinks.

Stellenbörsen für Studierende

Wo finde ich den passenden Job / das passende Praktikum für mich?
Neben dem Bekanntenkreis und der studentischen Jobvermittlung lässt sich von zu Hause aus selbstverständlich auch das Internet auf der Suche nach einer Arbeitsstelle oder einem Praktikum nutzen. Einfach mal recherchieren:

Studentenjobs
Wie der Name schon sagt, dort gibt es lauter studentische Jobs, bei einer kostenlosen Registrierung erschliesst sich der ganze Angebotsumfang, schreiben sie. Meine testweise Jobsuche ohne Registrierung ergab allerdings immer 0 Ergebnisse, das ist entweder ein Datenbankfehler oder keine gute Werbung für diesen Dienst.

Jobware
Links auf Für Studierende klicken, es öffnet sich normalerweise ein Popup-Fenster, das zu Campus Topline führt. Die Suche ist wirklich sehr einfach und übersichtlich gestaltet.

alma mater
Bei Für Bewerber die Stellenangebote auswählen und auf Offene Stellen klicken. Eine Texteingabe in die Suchmaske ist nicht vorgeschrieben, die Suche mit den voreingestellten Parametern zeigt alle derzeit offenen Stellen an.

Onvista
Einen der Bereiche auswählen, z.B. Studentenjobs oder Diplomarbeiten. Die Eingabemaske fokussiert hier mal nicht auf die Studienrichtung und bietet sogar eine Suche in verschiedenen Sprachen und im Ausland an, im nächsten Schritt wird die Suche noch weiter spezifiziert.

Jobs 3000
Links auf Job finden klicken und Land sowie Region auswählen, eine weitere Eingrenzung ist nicht möglich. Für alle, die einfach nur einen Job suchen, das Ergebnis ist bunt gewürfelt und sollte mit gesundem Menschenverstand ausgewertet werden. 😉

Promotionjobs
Einfach links auf Jobangebote lesen klicken, dann erscheint schon die ungeordnete Liste an Jobs für hauptsächlich Messehostessen und Promoter/innen.

Gelegenheitsjobs
Studentenjobs auswählen (oder einen anderen Link) und PLZ-Gebiet wählen. Ebenfalls für diejenigen, die nur einen Job zum Geldverdienen suchen, denn auch dort wartet die bunte Mischung vom Lagerarbeiter bis zur Flirtline …

Nebenjob
Links auf Stellenangebote klicken, dann in der Mitte auf Stellenangebote klicken und die drei vier Angebote begutachten. Inwieweit man sich mit „Zähneputzen“ das Studium finanzieren kann, wage ich nicht mir auszumalen …

Promotionbasis
Wie der Name schon sagt, werden hier ebenfalls hauptsächlich Messehostessen und Promoter/innen gesucht. Auf Jobs listen klicken und die Eingabemaske ausfüllen.

Es gibt noch eine Menge anderer Jobbörsen im Internet, angefangen bei allgemeinen wie z.B. Jobscout 24 bis hin zu regionalen Stellenbörsen sogar an einzelnen Fachhochschulen. Wer noch von einer guten Stellenbörse mit Studentenjobs weiss, kann sie gerne in die Kommentare schreiben. Oder sich registrieren und einen eigenen Beitrag veröffentlichen und/oder Link in der Linkliste hinterlassen. 😉

Update zu Jobscout24:
Über den nachfolgenden Link geht es direkt zu allen bei Jobscout24 gelisteten Praktika: Praktika in namhaften Unternehmen

Nachtrag 08/2006:
Die Aufzählung der Möglichkeiten, einen studentischen Job zu finden, scheint besser anzukommen, als ich gedacht habe. 😉 Zwei weitere Anbieter von Jobs speziell für Studierende haben sich bei mir gemeldet und um eine Erwähnung gebeten. So sei es …

Studentenjobs24
Eine rein auf studentische Jobs ausgerichtete Börse mit Stellen von kurzfristig bis langfristig von privaten bis gewerblichen Anbietern. Jobgesuche von Studierenden sind kostenlos aufgebbar, ausserdem besteht die Möglichkeit einer direkten Bewerbung bei potentiellen Arbeitgebern. Allerdings sind auf der Plattform noch nicht wirklich viele Jobangebote gelistet.

mein-minijob.de
In dieser Datenbank soll es Minijobs für Schüler, Praktikanten und Studenten/-innen geben. Nach Aufgabe eines eigenen Suchprofils besteht die Möglichkeit, sich über eingehende Angebote per SMS informieren zu lassen, wobei dieser Dienst nicht kostenlos angeboten wird. Allerdings hat meine stichprobenartige Suche 0 Treffer ergeben.

Nachtrag 10/2007:
Jobrapido bietet eine Meta-Suchmaschine für Jobs, die sowohl Stellenbörsen als auch Firmenwebsites etc. durchsucht. Wer trotzdem nicht gleich fündig wird, bekommt hilfreicherweise alternative Suchtexte vorgeschlagen.

Nachtrag 12/2007:
Unter Minijob-Anzeigen findet sich eine relativ frisch gestartete Stellenbörse für Minijobs einschliesslich solcher in der sog. Gleitzone bis 800 € Monatsverdienst; dort finden sich auch einige nützliche Informationen über Minijobs.