Unter den Absolventinnen und Absolventen der beiden zuletzt befragten Jahrgänge 1997 und 2001 gibt es nur eine kleine Minderheit von rund zehn Prozent, die zu keinem Zeitpunkt während des Studiums gearbeitet haben.
Die große Verbreitung studentischer Erwerbstätigkeit wird unter den neuen Studienstrukturen vermutlich rückläufig sein, wenn, wie zu erwarten steht, die Studiengänge eine stärkere Verdichtung der Studienanforderungen für die Studierenden erfahren.
Zitate aus dem hier interessierenden Teil der letzten aktuellen HIS Absolventenbefragung vom April 2004, speziell zur Erwerbstätigkeit während des Studiums und zur Art der Erwerbstätigkeit während des Studiums.
Nun ist diese Absolventenbefragung an Hochschülern/-innen des Prüfungsjahres 2001 durchgeführt worden, deshalb dürfte sich besonders die Rückläufigkeit studentischer Erwerbstätigkeit in den nächsten Jahren durch die Einführung von Studiengebühren und evt. Kürzung oder gar Abschaffung des Bafög eher ins Gegenteil verkehren.
Zur aktuellen Lage hat das BMBF ein paar Hintergrundinformationen bereitgestellt:
Ein Studium kostet ohne Studiengebühren heute im Schnitt 40.000 Euro. Den größten Teil davon machen dabei die Lebenshaltungskosten aus. Auch heute zahlen die Eltern vorrangig für das Studium ihrer Kinder. 23% der 2002 von der HIS GmbH befragten Abiturienten und auf andere Weise zum Studium Berechtigten nehmen kein Studium auf, weil ihnen die finanziellen Voraussetzungen fehlen. 69 Prozent der heutigen BAföG-Empfänger erklären, dass sie ohne BAföG nicht hätten studieren können. Durch Studiengebühren steigt die faktische Belastung, damit wird die Entscheidung in noch stärkerem Maße von finanziellen Erwägungen geleitet sein.
In den letzten fünf Jahren ist die Studienanfängerquote um 8 Prozentpunkte gesteigert worden – wie die Zahlen zeigen, ist dies nicht zuletzt auch auf die BAföG-Reform und die bessere finanzielle Sicherung der Studierenden zurückzuführen. Die empirischen Belege für einen Zusammenhang zwischen Studienneigung und Studienkosten sind damit nicht von der Hand zu weisen.
Immerhin tröstlich zu wissen: jobben ist gang und gäbe (ihr seid nicht allein ;-)); auch der wirtschaftliche Faktor durch günstige studentische Mitarbeit darf für manche mittelständische Unternehmen nicht unterschätzt werden. Inwieweit das dem allgemeinen Arbeitsmarkt gut tut, lasse ich mal dahingestellt.