Bei der Wahl des richtigen Studienkredites gilt es, einiges zu beachten, und natürlich den passenden und vor allem günstigen auszuwählen. Da sich inzwischen einige Banken an der Finanzierung des Studiums beteiligen möchten, wird das Angebotsdickicht immer undurchdringlicher. Licht ins Dunkle könnte der von CHE in Zusammenarbeit mit der FTD durchgeführte Studienkredit Test 2007 werfen, der 38 Angebote miteinander vergleicht, bewertet und auch einige Tipps zum Abschluss des Kredites gibt:
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Gut 6000 pumpen sich das Geld fürs Studium
Wie Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) frohgemut in einer gestrigen Pressemitteilung verkündet, nehmen bereits 6000 Studierende den Bildungskredit der KfW in Anspruch.
Ist das tatsächlich eine freudige Nachricht? Nicht wirklich, möchte ich meinen, vor allem, wenn solche Aussage getroffen wird:
Ein Studienkredit schafft größere finanzielle Unabhängigkeit und bietet eine Grundlage für eine verlässliche Planung des Studiums. (Zitat Annette Schavan aus der PM)
Vielleicht habe ich aber auch nur was missverstanden, und der Aufbau eines Schuldenberges zur Finanzierung des Studiums bedeutet in Wahrheit finanzielle Unabhängigkeit?
Davon, dass Universitäten besser mit Personal und Mitteln ausgestattet werden, damit Studierende auch immer zügig die Seminare etc. belegen können, die die Prüfungsordnung vorschreibt, habe ich noch nichts gelesen.
Genausowenig drang glücklich Nachricht an mein Ohr, dass ebenso vehement in die Schaffung bzw. den Ausbau einer Stipendienkultur investiert wird, wie in die Ausgestaltung der verschiedensten Kreditangebote.
Hmm, vielleicht werden aber Bafög-Empfänger jetzt doch von den Studiengebühren befreit? Oder werden die Studiengebühren wieder abgeschafft? Nein? Komisch …
KfW gibt Studienkredite frei
Ab sofort können bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau, kurz KfW, Studienkredite beantragt werden. Entweder bei der Bank des Vertrauens oder über die Studentenwerke.
Zwischen 100 und maximal 650 Euro monatlich ist der Betrag angesiedelt, der jedes Semester aufs neue festgelegt werden kann.
Der Kredit wird maximal 10 Fachsemester lang gewährt, plus höchstens 4 Semester mögliche Verlängerung in begründeten Fällen, Rückzahlung ist ca. 18 Monate nach der letzten Auszahlung über höchstens 25 Jahre geplant.
Der Kredit wird z.Zt. mit nominal 5,1 Prozent verzinst, ist aber variabel, d.h. kann klettern. Die KfW gewährt lediglich eine Zinsobergrenze für 15 Jahre (z.Zt. nominal 8,8 Prozent).
Soweit der Kurzabriss der finanziellen Zukunft vieler Studenten und Studentinnen. Wir freuen uns ein Loch in den Bauch …
Studiengebühren in Niedersachsen ebenfalls für Bafög-Empfänger
Die niedesächsische Landesregierung hat in ihrem „Zukunftsvertrag“ die Einführung von Studiengebühren auch für das Erststudium ab dem Wintersemester 2006/2007 praktisch festgeklopft (siehe Pressemitteilung vom 12.07.2005 (PDF)).
Nun hat der Staatssekretär Josef Lange bekanntgegeben, dass diese Studiengebühren natürlich auch von Bafög-Empfängern erhoben werden. Der Bildungskredit stehe allen Studierenden offen (heureka 1), sei zinsgünstig (heureka 2) und müsse zudem erst nach Abschluss des Studiums zurückgezahlt werden (heureka 3), sobald genügend Geld zur Verfügung stehe. (Anm.: ich liege platt am Boden ob so vieler sozialer und bildungspolitischer Geschenke von Land und Banken.)
Das ist eine ganz tolle Argumentation, wirklich. Am Ende steht der sozial schwächer gestellte Bafög-Empfänger, der nur studieren kann, weil er Bafäg bekommt, mit gleich zwei zurückzuzahlenden Krediten am Hals da …
Mich wundert auch überhaupt nicht, dass auf den Seiten der niedersächsischen Landesregierung kein Sterbenswörtchen zu dieser Planung zu finden ist, auch auf Studieren in Niedersachsen findet sich nichts, jedenfalls vermute ich das, dank einer fehlenden Suchfunktion sind diese Seiten nicht wirklich gut überblickbar.
Ein dickes „Lob“ an dieser Stelle von mir für so hell erleuchtende Informationspolitik …
Wenn’s um Geld geht – kein Spass mit der Bank
Obwohl erst in frühestens anderthalb Jahren von einer Studiengebühren-Zahlungspflicht für das Erststudium in einigen Bundesländern ausgegangen werden kann, beeilen sich ein paar Sparkassen und Banken schon jetzt, den Studenten und Studentinnen Kredite zu offerieren. Zu sehr unterschiedlichen Bedingungen, die nicht immer so günstig sind, wie mancher vielleicht erhofft.
Die Bankenlandschaft vergibt zwar keine Almosen, besinnt sich aber anscheinend wieder auf die Peanuts – äh den kleineren Privatkunden, um ihre Pfründe nicht zu verlieren. Vor noch nicht allzulanger Zeit hätten einige Banken das glatt als zu wenig gewinnträchtig abgelehnt, weil Grosskunden angeblich das schnellere Geld versprachen.
*Ironie an* Nun denn, aber angehende Akademiker können grosse Abteilungsleiter oder gar Firmenbosse werden, da lohnt es sich doch, sie ein bisschen zu unterstützen, nicht wahr? *Ironie aus*
Angeblich hat die Deutsche Bank bereits jetzt tausende von Anfragen zu bearbeiten. Verbraucherschützer raten jedoch – wie bei allen finanziellen Angelegenheiten – davon ab, sich ohne einen ausgiebigen Vergleich für ein Kreditmodell zu entscheiden und vielleicht doch noch abzuwarten, ob sich nicht was besseres findet.
Noch einmal: Kredite, egal welcher Art, sind Business für Banken und keine Wohlfahrtsangelegenheit.
[Mehr dazu bei web.de]
KfW verschiebt Studienkreditprogramm bis 2006
Der ursprünglich für kommendes Wintersemester vorgesehene Start des Studienkreditprogrammes der Kreditanstalt für Wiederaufbau, kurz KfW, wird voraussichtlich bis zum Sommersemester 2006 verschoben.
Man scheut eine wie auch immer geartete Verquickung mit dem Bundestagswahlkampf, in dem sicher auch Themen wie Studiengebühren und/oder Abschaffung des Bafög behandelt werden (müssten).
Ich kann das zwar nicht ganz nachvollziehen, schliesslich ist die Einführung von Studiengebühren Ländersache, wie alle mitbekommen haben sollten, und die Länder lassen sich vom Bundestagswahlkampf bestimmt nicht aufhalten, so dass eine Planungssicherheit bei der Finanzierung für einige Studenten/-innen sicher willkommener wäre, aber sei’s drum:
Der Studienkredit, so er denn aufgelegt wird, steht allen Hochschülern/-innen zur Verfügung, er wird für maximal 10 Semester + 2 Examenssemester gezahlt und beträgt im Höchstfalle 650 Euro monatlich.
Macht im schlimmsten Falle 46.800 Euro Gesamtkredit zzgl. 5-6 Prozent Zinsen aus, die in maximal 25 Jahren zurückgezahlt werden dürfen. Das wären dann 156 Euro pro Monat, zzgl. der noch nicht eingerechneten Zinsen.
Hört sich im ersten Moment gar nicht so arg an. Aber für 25 Jahre einen Kredit am Hals zu haben, oder lieber zügiger, aber mit wesentlich höherer monatlicher Belastung abzuzahlen, das ist eine Hypothek, mit der einem der Berufsstart schon ein bisschen verbittert werden kann, finde ich.
Ich würde jedenfalls lieber neben dem Studium arbeiten gehen. 😉 Ist auch der Berufspraxis förderlich.
Stipendien als Alternative zu Bafög oder zum Job
Studieren ist nicht billig, mit den bald eingeführten Studiengebühren in einigen Bundesländern erst recht nicht.
Bafög muss zur Hälfte zurückgezahlt werden, Studienkredite zur Gänze, und das Jobben neben dem Studium verlängert meist unnötig die Studienzeiten. Bleibt als alternative Finanzierungsmöglichkeit noch ein Stipendium.
Einstieg.com hat einen informativen Überblick über verschiedene Institutionen zusammengestellt, bei denen Stipendien vergeben werden.
Wer Lust auf ein Auslandssemester bzw. -studium verspürt und noch nicht allzu betagt ist: für dieses Jahr stehen noch 190 sog. Pauschalstipendien in den USA zur Verfügung, die an Bewerber in der Reihenfolge des Einganges ihrer Bewerbungen vergeben werden, also ohne besondere Voraussetzungen bzw. Leistungen erfüllen zu müssen.
Studenten/Studentinnen dürfen lediglich nicht älter als 26 Jahre alt sein und natürlich muss der TOEFL-Test bestanden werden.
Mehr Infos dazu bei International Doorway.
Einen Überblick über Links zu Studienfördermöglichkeiten gibt es auch beim Stiftungsindex.