Studiengebühren sind laut Rechtsgutachten verfassungswidrig

Ein vom Aktionsbündnis gegen Studiengebühren in Auftrag gegebenes Rechtsgutachten des Münsteraner Verwaltungsjuristen Wilhelm Achelpöhler kommt zu dem Ergebnis:
[…] bescheinigt den verschiedenen bundesdeutschen Gesetzentwürfen zur Einführung von Studiengebühren schwere verfassungsrechtliche Mängel.


Verfassungswidrig sei unter anderem die fehlende Übergangsfrist für bereits eingeschriebene Studenten und Studentinnen sowie eine mangelnde Abstimmung mit bestehenden Bafög-Regelungen.
Sag‘ ich doch schon die ganze Zeit …

[Rechtsgutachten als PDF]

Wenn’s um Geld geht – kein Spass mit der Bank

Obwohl erst in frühestens anderthalb Jahren von einer Studiengebühren-Zahlungspflicht für das Erststudium in einigen Bundesländern ausgegangen werden kann, beeilen sich ein paar Sparkassen und Banken schon jetzt, den Studenten und Studentinnen Kredite zu offerieren. Zu sehr unterschiedlichen Bedingungen, die nicht immer so günstig sind, wie mancher vielleicht erhofft.
Die Bankenlandschaft vergibt zwar keine Almosen, besinnt sich aber anscheinend wieder auf die Peanuts – äh den kleineren Privatkunden, um ihre Pfründe nicht zu verlieren. Vor noch nicht allzulanger Zeit hätten einige Banken das glatt als zu wenig gewinnträchtig abgelehnt, weil Grosskunden angeblich das schnellere Geld versprachen.
*Ironie an* Nun denn, aber angehende Akademiker können grosse Abteilungsleiter oder gar Firmenbosse werden, da lohnt es sich doch, sie ein bisschen zu unterstützen, nicht wahr? *Ironie aus*

Angeblich hat die Deutsche Bank bereits jetzt tausende von Anfragen zu bearbeiten. Verbraucherschützer raten jedoch – wie bei allen finanziellen Angelegenheiten – davon ab, sich ohne einen ausgiebigen Vergleich für ein Kreditmodell zu entscheiden und vielleicht doch noch abzuwarten, ob sich nicht was besseres findet.
Noch einmal: Kredite, egal welcher Art, sind Business für Banken und keine Wohlfahrtsangelegenheit.

[Mehr dazu bei web.de]

Studiengebühren in NRW spätestens ab WS 2007/2008

Der Innovationsminister Andreas Pinkert (wow, Studiengebühren werden jetzt schon als Innovation gehandelt …) sprach zur dpa und gab eine Einführung von Studiengebühren „mit Hochdruck“ bekannt:
„Ein entsprechender Gesetzentwurf soll noch in diesem Jahr im Parlament eingebracht werden.“
Nur der Vertrauensschutz bewahrt die Studenten und Studentinnen davor, dass Studiengebühren nicht schon früher als erst zum WS 2007/2008 in den Hochschulen des Landes NRW eingeführt werden.
Die Gebühren sollen maximal 500 Euro pro Semester betragen. Zu Finanzierungsmöglichkeiten für die künftige Bildungselite fällt in der Pressemitteilung allerdings kein Wort.
NRW ist auch eines der ersten Bundesländer gewesen, die Studiengebühren für Langzeitstudenten in Höhe von 650 Euro pro Semester eingeführt haben. Diese Gelder werden übrigens nach meinem Kenntnisstand voll an den maroden Landeshaushalt verschwendet.

Dieser Artikel in der Zeit passt ganz hervorragend dazu und bedarf keiner weiteren Worte.

Neuer Beitrag zur studentischen Krankenversicherung

Normalerweise wird der Beitrag zur Krankenversicherung für versicherungspflichtige Studenten/-innen und Praktikanten/-innen zu Beginn des Wintersemesters festgelegt und bleibt bis zum Ende des nächsten Sommersemesters bestehen.
Durch den zusätzlichen Beitrag zur Krankenversicherung und die gesetzlich verordnete Beitragssatzsenkung wird dieses Jahr jedoch der Beitrag zur studentischen Krankenversicherung schon am 1. Juli neu ermittelt:
Bis zum Ende des Sommersemesters beträgt er einheitlich 48,00 Euro, ab dem kommenden Wintersemester 47,53 Euro.

Broschüre zu Mini-Jobs neu aufgelegt

Die Minijob-Zentrale hat ihre PDF-Broschüre Minijobs – Informationen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer neu aufgelegt und informiert auf 48 Seiten über die wesentlichen gesetzlichen Regelungen im Bereich der geringfügigen Beschäftigung.
Ab Seite 14 finden sich erklärende Worte für in Minijobs beschäftigte Studenten und Studentinnen, ab Seite 16 geht es um die Beschäftigung von Praktikanten.

GEZ Gebührenbefreiung, so gez

Seit dem 1. April 2005 sind die Gebühren für Radio- und Fernsehempfang gestiegen und kosten jetzt für einen Fernseher 17,03 Euro/Monat bzw. für ein Radio 5,52 Euro/Monat. Zusätzlich fallen auch Computer mit TV-Karte oder Radiokarte unter die Gebührenpflicht. Ab Januar 2007 sollen sogar alle Rechner mit Onlinezugang gebührenpflichtig sein.
Pro Haushalt muss nur für ein (Auto-) Radio- und Fernsehgerät gezahlt werden; für Geräte in Ferien-, Zweitwohnungen, Wochenendhäusern, Gartenlauben, Wohnwagen sowie dienstlich genutzten Fahrzeugen sind allerdings Extragebühren fällig.

Studenten und Studentinnen sind normalerweise ebenfalls verpflichtet, GEZ-Gebühren zu entrichten.

Die beiden Ausnahmen:
Wohnt das studierende Kind noch im Haushalt der Eltern und verdient selbst weniger als der Sozialhilferegelsatz für Haushaltsangehörige – 331 Euro/Monat in Ostdeutschland bzw. 345 Euro/Monat in Westdeutschland -, dann sind seine Geräte gar nicht erst anmeldepflichtig.

Bafög-Empfänger, die nicht zu Hause leben, können sich von der Gebührenpflicht befreien lassen:
Antragsformulare bei Gemeinde-, Kreis-, Stadtverwaltung oder direkt bei der GEZ besorgen bzw. ausdrucken.
Ausfüllen, unterschreiben und zusammen mit dem Bafög-Bescheid per Post zur GEZ schicken. Einsendungen per email oder Fax werden nicht berücksichtigt.
Die Adresse: GEZ (Gebühreneinzugszentrale), 50656 Köln

Noch ein Tipp aus eigener leidvoller Erfahrung mit der GEZ: kopiert euren Antrag und schickt ihn per Einschreiben …

Romling, Karriereplattform für Studenten und Absolventen

Bei romling.com finden sich Jobs, Praktika, Diplomarbeiten etc in Deutschland und im Ausland. Laut ihrer eigenen Aussage sind dort über 1.500 Unternehmen mit Firmenprofil, Ansprechpartnern und Kontaktmöglichkeiten vertreten.
Mein Kurztest ergab tatsächlich eine Reihe sehr interessanter Angebote.

In der Link-Rubrik gibt es eine gut sortierte Liste zu weiteren Jobbörsen. Links zu Jobbörsen für Ferien- und Studentenjobs findet man allerdings unverständlicherweise über die Karrierelinks.

Bafög abschaffen – Mäzene einsetzen?

Wie Frau Schavan, u.a. Kultusministerin in Baden-Württemberg, gestern in einem Interview mit DIE WELT ankündigte, soll das Bafög im Falle eines Wahlsieges der CDU bei den Wahlen 2006 abgeschafft und durch ein Konzept der Bildungsfinanzierung ersetzt werden.

U.a. strebt die CDU dabei eine Art Mäzenatentum der Unternehmen an und vergisst anscheinend, dass es erstens ähnliches über das Duale Studiensystem längst gibt und zweitens die Vorstellung, Unternehmen würden Milliarden in Studienfonds o.ä. stopfen, ohne eine konkrete Gegenleistung der geförderten Studenten/-innen zu erhalten, leicht illusorischen Charakter haben dürfte.

Genauso wie es klar sein dürfte, dass die Landesregierungen, die demnächst Studiengebühren einführen werden, längst schon begehrliche Blicke auf diese unverhoffte Finanzspritze geworfen haben, die mMn mitnichten in die Qualität der akademischen Ausbildung investiert werden, zumal dies nach der Meinung von Prof. Kirchhof im Tagesspiegel gestern rechtlich gar nicht vorgeschrieben ist:
Die Landesregierungen müssten in den Gebührengesetzen zwar genau begründen, warum sie die Studienbeiträge verlangen: für die personal- und kostenintensive Hochschulausbildung der Studenten. Aber was die jeweilige Landesregierung dann mit den Gebühreneinnahmen macht, stehe ihr offen.

Aber macht weiter so, liebe CDU, dann werden euch gaaaaanz bestimmt unheimlich viele Studenten und Studentinnen wählen gehen und ein Wahlsieg ist gewiss der eurige … 😉

Stipendien als Alternative zu Bafög oder zum Job

Studieren ist nicht billig, mit den bald eingeführten Studiengebühren in einigen Bundesländern erst recht nicht.
Bafög muss zur Hälfte zurückgezahlt werden, Studienkredite zur Gänze, und das Jobben neben dem Studium verlängert meist unnötig die Studienzeiten. Bleibt als alternative Finanzierungsmöglichkeit noch ein Stipendium.
Einstieg.com hat einen informativen Überblick über verschiedene Institutionen zusammengestellt, bei denen Stipendien vergeben werden.

Wer Lust auf ein Auslandssemester bzw. -studium verspürt und noch nicht allzu betagt ist: für dieses Jahr stehen noch 190 sog. Pauschalstipendien in den USA zur Verfügung, die an Bewerber in der Reihenfolge des Einganges ihrer Bewerbungen vergeben werden, also ohne besondere Voraussetzungen bzw. Leistungen erfüllen zu müssen.
Studenten/Studentinnen dürfen lediglich nicht älter als 26 Jahre alt sein und natürlich muss der TOEFL-Test bestanden werden.
Mehr Infos dazu bei International Doorway.

Einen Überblick über Links zu Studienfördermöglichkeiten gibt es auch beim Stiftungsindex.

Stellenbörsen für Studierende

Wo finde ich den passenden Job / das passende Praktikum für mich?
Neben dem Bekanntenkreis und der studentischen Jobvermittlung lässt sich von zu Hause aus selbstverständlich auch das Internet auf der Suche nach einer Arbeitsstelle oder einem Praktikum nutzen. Einfach mal recherchieren:

Studentenjobs
Wie der Name schon sagt, dort gibt es lauter studentische Jobs, bei einer kostenlosen Registrierung erschliesst sich der ganze Angebotsumfang, schreiben sie. Meine testweise Jobsuche ohne Registrierung ergab allerdings immer 0 Ergebnisse, das ist entweder ein Datenbankfehler oder keine gute Werbung für diesen Dienst.

Jobware
Links auf Für Studierende klicken, es öffnet sich normalerweise ein Popup-Fenster, das zu Campus Topline führt. Die Suche ist wirklich sehr einfach und übersichtlich gestaltet.

alma mater
Bei Für Bewerber die Stellenangebote auswählen und auf Offene Stellen klicken. Eine Texteingabe in die Suchmaske ist nicht vorgeschrieben, die Suche mit den voreingestellten Parametern zeigt alle derzeit offenen Stellen an.

Onvista
Einen der Bereiche auswählen, z.B. Studentenjobs oder Diplomarbeiten. Die Eingabemaske fokussiert hier mal nicht auf die Studienrichtung und bietet sogar eine Suche in verschiedenen Sprachen und im Ausland an, im nächsten Schritt wird die Suche noch weiter spezifiziert.

Jobs 3000
Links auf Job finden klicken und Land sowie Region auswählen, eine weitere Eingrenzung ist nicht möglich. Für alle, die einfach nur einen Job suchen, das Ergebnis ist bunt gewürfelt und sollte mit gesundem Menschenverstand ausgewertet werden. 😉

Promotionjobs
Einfach links auf Jobangebote lesen klicken, dann erscheint schon die ungeordnete Liste an Jobs für hauptsächlich Messehostessen und Promoter/innen.

Gelegenheitsjobs
Studentenjobs auswählen (oder einen anderen Link) und PLZ-Gebiet wählen. Ebenfalls für diejenigen, die nur einen Job zum Geldverdienen suchen, denn auch dort wartet die bunte Mischung vom Lagerarbeiter bis zur Flirtline …

Nebenjob
Links auf Stellenangebote klicken, dann in der Mitte auf Stellenangebote klicken und die drei vier Angebote begutachten. Inwieweit man sich mit „Zähneputzen“ das Studium finanzieren kann, wage ich nicht mir auszumalen …

Promotionbasis
Wie der Name schon sagt, werden hier ebenfalls hauptsächlich Messehostessen und Promoter/innen gesucht. Auf Jobs listen klicken und die Eingabemaske ausfüllen.

Es gibt noch eine Menge anderer Jobbörsen im Internet, angefangen bei allgemeinen wie z.B. Jobscout 24 bis hin zu regionalen Stellenbörsen sogar an einzelnen Fachhochschulen. Wer noch von einer guten Stellenbörse mit Studentenjobs weiss, kann sie gerne in die Kommentare schreiben. Oder sich registrieren und einen eigenen Beitrag veröffentlichen und/oder Link in der Linkliste hinterlassen. 😉

Update zu Jobscout24:
Über den nachfolgenden Link geht es direkt zu allen bei Jobscout24 gelisteten Praktika: Praktika in namhaften Unternehmen

Nachtrag 08/2006:
Die Aufzählung der Möglichkeiten, einen studentischen Job zu finden, scheint besser anzukommen, als ich gedacht habe. 😉 Zwei weitere Anbieter von Jobs speziell für Studierende haben sich bei mir gemeldet und um eine Erwähnung gebeten. So sei es …

Studentenjobs24
Eine rein auf studentische Jobs ausgerichtete Börse mit Stellen von kurzfristig bis langfristig von privaten bis gewerblichen Anbietern. Jobgesuche von Studierenden sind kostenlos aufgebbar, ausserdem besteht die Möglichkeit einer direkten Bewerbung bei potentiellen Arbeitgebern. Allerdings sind auf der Plattform noch nicht wirklich viele Jobangebote gelistet.

mein-minijob.de
In dieser Datenbank soll es Minijobs für Schüler, Praktikanten und Studenten/-innen geben. Nach Aufgabe eines eigenen Suchprofils besteht die Möglichkeit, sich über eingehende Angebote per SMS informieren zu lassen, wobei dieser Dienst nicht kostenlos angeboten wird. Allerdings hat meine stichprobenartige Suche 0 Treffer ergeben.

Nachtrag 10/2007:
Jobrapido bietet eine Meta-Suchmaschine für Jobs, die sowohl Stellenbörsen als auch Firmenwebsites etc. durchsucht. Wer trotzdem nicht gleich fündig wird, bekommt hilfreicherweise alternative Suchtexte vorgeschlagen.

Nachtrag 12/2007:
Unter Minijob-Anzeigen findet sich eine relativ frisch gestartete Stellenbörse für Minijobs einschliesslich solcher in der sog. Gleitzone bis 800 € Monatsverdienst; dort finden sich auch einige nützliche Informationen über Minijobs.