Gut 6000 pumpen sich das Geld fürs Studium

Wie Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) frohgemut in einer gestrigen Pressemitteilung verkündet, nehmen bereits 6000 Studierende den Bildungskredit der KfW in Anspruch.
Ist das tatsächlich eine freudige Nachricht? Nicht wirklich, möchte ich meinen, vor allem, wenn solche Aussage getroffen wird:
Ein Studienkredit schafft größere finanzielle Unabhängigkeit und bietet eine Grundlage für eine verlässliche Planung des Studiums. (Zitat Annette Schavan aus der PM)

Vielleicht habe ich aber auch nur was missverstanden, und der Aufbau eines Schuldenberges zur Finanzierung des Studiums bedeutet in Wahrheit finanzielle Unabhängigkeit?
Davon, dass Universitäten besser mit Personal und Mitteln ausgestattet werden, damit Studierende auch immer zügig die Seminare etc. belegen können, die die Prüfungsordnung vorschreibt, habe ich noch nichts gelesen.
Genausowenig drang glücklich Nachricht an mein Ohr, dass ebenso vehement in die Schaffung bzw. den Ausbau einer Stipendienkultur investiert wird, wie in die Ausgestaltung der verschiedensten Kreditangebote.
Hmm, vielleicht werden aber Bafög-Empfänger jetzt doch von den Studiengebühren befreit? Oder werden die Studiengebühren wieder abgeschafft? Nein? Komisch …

[Pressemitteilung vom 18.07.2006: Nach drei Monaten nutzen bereits 6.000 Studierende die neuen KfW-Studienkredite]

Freikarten für Open Source meets Business

Vom 25. bis zum 27. Januar findet in Nürnberg der vom Heise-Verlag ausgerichtete Kongress Open Source Meets Business statt.
Der Heise Zeitschriften Verlag stellt dafür Studierenden, die sich in ihren Diplomarbeiten oder Dissertationen mit Aspekten des Themas Open Source befassen, sowie deren Betreuer zu diesem IT-Entscheiderkongress ein begrenztes Freikartenkontingent zur Verfügung. Mehr Informationen auf dieser Seite.

Das ist jetzt zwar nichts arbeitsspezifisches, aber vielleicht doch für den ein oder anderen interessant. Und damit melde ich mich auch aus dem Weihnachtsurlaub zurück.

Studiengebühren – stell dir vor, alle zahlen, aber keiner geht hin

Ach nein, stimmt nicht, das muss heissen:
Stell dir vor, alle gehen hin, aber keiner zahlt.
Oder noch anders?
Stell dir vor, alle wollen Geld, aber keiner zahlt.

So ist es richtig. 😉 Erstens der Spruch und zweitens die Aktion auf Ich zahle nicht, Zitat:
Mit einer deutschlandweiten Blockade der Studiengebühren können wir eine Rücknahme der Gebühren von der Politik erzwingen. Voraussetzung dafür ist natürlich eine breite Beteiligung aller Studierenden, um den nötigen Druck auf die Hochschulverwaltung und damit auf die Politiker aufzubauen. Die Exmatrikulation von tausenden Studierenden kann sich kein Bundesland und vor allem keine einzelne Hochschule leisten.

Mehr regionale Informationen zum „Summer of Resistance“ (und dass mir jetzt ja keine/r kommt, wir hätten doch gar keinen Sommer …) gibt es für den Norden hier und für den Süden dort. Online unterschreiben und sich einen Überblick über die verschiedenen Aktionen verschaffen kann man auf „Kein Spiel mit Bildung“.
Denn wünsche ich mal erfolgreiches streiken.

Studiengebühren in BaWü ab Sommersemster 2007

Baden-Württemberg beeilt sich bei der Einführung von Studiengebühren – 500 Euro ab Sommersemester 2007 werden angestrebt – noch etwas mehr als andere Bundesländer, z.B. NRW.
Der Gesetzentwurf soll bis Jahresende durchs parlamentarische Verfahren „gepeitscht“ werden.
Bei der Finanzierung ist geplant, den Studierenden ein Darlehen der Landesbank L-Bank anzubieten. Ausser der alten Pressemitteilung vom 25.02.2005, die nach Veröffentlichung des Urteiles des BVerfG erschien, scheint man bei der baden-württembergischen Staatsbank aber auch noch keine konkreteren Informationen anbieten zu können.
Die Studiengebühren sollen laut Aussage des Wirtschaftsministers Peter Frankenberg übrigens ausschliesslich den Hochschulen zur Verfügung gestellt werden. Inwieweit im Gegenzug die staatlichen Mittel gekürzt werden, das bleibt tatsächlich noch abzuwarten. Das ABS (Aktionsbündnis gegen Studiengebühren) ist – wahrscheinlich zu Recht – sehr skeptisch ob der weiteren Entwicklung, aus seiner Sicht wird es mit der Einführung trotz aller Beteuerungen zu Kürzungen kommen.

Einmal durchzählen bitte

Die FDP hat bei der Bundesregierung klein angefragt und heraus kam doch erstaunliches:
Von 910.500 überprüften Fällen haben 45.226 Studierende und 18.505 Schüler beim Bafögantrag Vermögen verschwiegen, in ca. 1.100 Fällen wurden die Verwaltungsgerichte eingeschaltet, die restlichen kleinen Gauner/-innen kamen mit einer Ordnungswidrigkeit davon.
Insgesamt sollen bis Ende 2004 251,7 Mio. Euro zurückgefordert worden sein, wovon 186,4 Mio. Euro bereits bezahlt wurden.

Studiendauer von mehreren Bedingungen abhängig

Neue Studienstrukturen allein gewährleisten noch keine kürzeren Studienzeiten, so das Fazit der gestern vorgestellten Vergleichsstudie des HIS.
Es geht in der Studie zwar vorrangig um die Neustrukturierung des Studiums und damit eine zeitliche Straffung der Studienzeiten.
In dem Zusammenhang wird die Einführung von Studiengebühren aber durchaus kritisch gesehen: Auf der einen Seite verstärken sie das studentische Bemühen, schnell den Studienabschluss zu erlangen, auf der anderen Seite ergibt sich dadurch für mehr Studierende die Notwendigkeit, erwerbstätig zu sein.
Das Resümee: Studiengebühren wird gleichzeitig ein begrenzender und ein verlängernder Einfluss auf die Studiendauer zugeschrieben: Sie animieren einerseits zu einem zügigen Studium, müssen aber andererseits möglicherweise erst studienzeitverlängernd durch Erwerbstätigkeit erarbeitet werden.

[Pressemitteilung zur Studie, Studie als PDF]

Zahl der Studierenden im WS 2004/2005

Lt. der Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes vom 29.11.2004 gibt es nach vorläufigen Zahlen dieses Wintersemester ca. 3 % weniger Studierende als noch letztes Wintersemester. Nordrhein-Westfalen mit minus 16 % und Hessen mit minus 14 % hat es am härtesten getroffen. Die beiden Länder haben zum Sommersemester Studiengebühren für Langzeitstudierende eingeführt …

Ausführliche Informationen gibt es im Statistik-Shop über die Suche nach „Schnellmeldung Studierende“; man muss das Ding dort für 0,00 Euro in den Warenkorb legen und „kaufen“, bevor man sich z.B. ein PDF downloaden darf, also nicht entmutigen lassen.
Am besten weder bei der Suche nach dem Download noch beim Studieren oder der Finanzierung des ganzen. 😉