Übernahme der Seite Studium-und-Arbeit.de

Mit der dankenswerten Überlassung der Domain durch die ehemalige Besitzerin Martina P. bin ich von nun an der neue Seitenbesitzer. Ich beginne mein Studium zum Wintersemester und befinde mich in der „Studium-und-Arbeit“ Situation. Da es in vielerlei Hinsicht ein interessantes, aber auch kompliziertes Gebiet ist, dachte ich, dass eine Informationsseite vielen helfen würde.

Die Seite befindet sich noch im Aufbau und wird demnächst mit dem Archiv ab 2004 gefüllt.

Abzugeben

Wie sicher inzwischen bemerkt wurde, gab es hier seit geraumer Zeit keine neuen Artikel.
Das liegt zum grossen Teil daran, dass sich meine berufliche und persönliche Situation doch recht weit vom hier behandelten Themenbereich entfernt hat.

Um es kurz zu machen: ich möchte dieses Angebot zwar gerne fortgeführt wissen, die Zugriffszahlen lassen vermuten, dass das Interesse noch vorhanden ist; aber ich selbst schaffe es nicht mehr.
Vielleicht fühlt sich jemand angesprochen und möchte hier in schreibender Weise sein Scherflein beitragen? Dann bitte sofort bei mir melden. 🙂
Denkbar wäre auch, dass sich ein ASTA dieser Seite annimmt. Wie das dann konkret aussehen kann, ob ich z.B. die Domain abgebe, müsste abgesprochen werden, ich bin für jede Lösung offen.

Aktueller Vergleich von Studienkreditangeboten

Bei der Wahl des richtigen Studienkredites gilt es, einiges zu beachten, und natürlich den passenden und vor allem günstigen auszuwählen. Da sich inzwischen einige Banken an der Finanzierung des Studiums beteiligen möchten, wird das Angebotsdickicht immer undurchdringlicher. Licht ins Dunkle könnte der von CHE in Zusammenarbeit mit der FTD durchgeführte Studienkredit Test 2007 werfen, der 38 Angebote miteinander vergleicht, bewertet und auch einige Tipps zum Abschluss des Kredites gibt:

CHE Studienkredit Test 2007 (PDF).

Gut 6000 pumpen sich das Geld fürs Studium

Wie Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) frohgemut in einer gestrigen Pressemitteilung verkündet, nehmen bereits 6000 Studierende den Bildungskredit der KfW in Anspruch.
Ist das tatsächlich eine freudige Nachricht? Nicht wirklich, möchte ich meinen, vor allem, wenn solche Aussage getroffen wird:
Ein Studienkredit schafft größere finanzielle Unabhängigkeit und bietet eine Grundlage für eine verlässliche Planung des Studiums. (Zitat Annette Schavan aus der PM)

Vielleicht habe ich aber auch nur was missverstanden, und der Aufbau eines Schuldenberges zur Finanzierung des Studiums bedeutet in Wahrheit finanzielle Unabhängigkeit?
Davon, dass Universitäten besser mit Personal und Mitteln ausgestattet werden, damit Studierende auch immer zügig die Seminare etc. belegen können, die die Prüfungsordnung vorschreibt, habe ich noch nichts gelesen.
Genausowenig drang glücklich Nachricht an mein Ohr, dass ebenso vehement in die Schaffung bzw. den Ausbau einer Stipendienkultur investiert wird, wie in die Ausgestaltung der verschiedensten Kreditangebote.
Hmm, vielleicht werden aber Bafög-Empfänger jetzt doch von den Studiengebühren befreit? Oder werden die Studiengebühren wieder abgeschafft? Nein? Komisch …

[Pressemitteilung vom 18.07.2006: Nach drei Monaten nutzen bereits 6.000 Studierende die neuen KfW-Studienkredite]

Schon jetzt für die Rente sparen

Wusstet ihr, dass es sogar ein Institut für Altersvorsorge gibt? Wahrscheinlich nicht, denn laut einer Studie dieses DIA kümmert es die Studierendenschaft noch herzlich wenig, wie es denn mal um ihre finanzielle Altersversorgung stehen wird.
Und das ist nicht gut. Denn nichts ist so sicher, wie jenes, dass unsere Rente nicht sicher ist.

Ich fasse zum Thema Altersvorsorge die Ratschläge der Finanzexperten mal kurz und bündig zusammen:

  • möglichst zügig studieren, damit je früher, desto mehr in die Rentenversicherung gezahlt werden kann
  • wer zur Studienfinanzierung nebenher arbeiten muss, zahlt zwar höchstwahrscheinlich auch in die Rentenversicherung, sollte aber parallel gleich mit der privaten Vorsorge beginnen, um die Verzögerungen beim Studienabschluss etwas auszugleichen
  • private Vorsorge sollte den Menschen inzwischen durch das ganze Erwerbsleben begleiten, über 25 oder mehr Jahre findet sich nach einschlägigen Erfahrungen ein hübsches Sümmchen zusammen, das den Lebensstandard im Alter sichern hilft

[Beispielrechnungen bei web.de | DIA]

KfW gibt Studienkredite frei

Ab sofort können bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau, kurz KfW, Studienkredite beantragt werden. Entweder bei der Bank des Vertrauens oder über die Studentenwerke.
Zwischen 100 und maximal 650 Euro monatlich ist der Betrag angesiedelt, der jedes Semester aufs neue festgelegt werden kann.
Der Kredit wird maximal 10 Fachsemester lang gewährt, plus höchstens 4 Semester mögliche Verlängerung in begründeten Fällen, Rückzahlung ist ca. 18 Monate nach der letzten Auszahlung über höchstens 25 Jahre geplant.

Der Kredit wird z.Zt. mit nominal 5,1 Prozent verzinst, ist aber variabel, d.h. kann klettern. Die KfW gewährt lediglich eine Zinsobergrenze für 15 Jahre (z.Zt. nominal 8,8 Prozent).

Soweit der Kurzabriss der finanziellen Zukunft vieler Studenten und Studentinnen. Wir freuen uns ein Loch in den Bauch …

[Pressemitteilung KfW mit weiteren Infos | Tilgungsrechner]

Studiengebühren in Niedersachsen ebenfalls für Bafög-Empfänger

Die niedesächsische Landesregierung hat in ihrem „Zukunftsvertrag“ die Einführung von Studiengebühren auch für das Erststudium ab dem Wintersemester 2006/2007 praktisch festgeklopft (siehe Pressemitteilung vom 12.07.2005 (PDF)).
Nun hat der Staatssekretär Josef Lange bekanntgegeben, dass diese Studiengebühren natürlich auch von Bafög-Empfängern erhoben werden. Der Bildungskredit stehe allen Studierenden offen (heureka 1), sei zinsgünstig (heureka 2) und müsse zudem erst nach Abschluss des Studiums zurückgezahlt werden (heureka 3), sobald genügend Geld zur Verfügung stehe. (Anm.: ich liege platt am Boden ob so vieler sozialer und bildungspolitischer Geschenke von Land und Banken.)
Das ist eine ganz tolle Argumentation, wirklich. Am Ende steht der sozial schwächer gestellte Bafög-Empfänger, der nur studieren kann, weil er Bafäg bekommt, mit gleich zwei zurückzuzahlenden Krediten am Hals da …

Mich wundert auch überhaupt nicht, dass auf den Seiten der niedersächsischen Landesregierung kein Sterbenswörtchen zu dieser Planung zu finden ist, auch auf Studieren in Niedersachsen findet sich nichts, jedenfalls vermute ich das, dank einer fehlenden Suchfunktion sind diese Seiten nicht wirklich gut überblickbar.
Ein dickes „Lob“ an dieser Stelle von mir für so hell erleuchtende Informationspolitik …

Studienfinanzierung mittels einer pfiffigen Idee

Dass sich Studierende zur Finanzierung ihres Studiums per „Aktie“ an Unternehmen oder Unterstützer verhökern oder in einem Blog je nach Höhe der eingegangenen „Fördersumme“ nach und nach ausziehen – das kennen wir schon, nicht wahr?
Adsense, Advertising und wie die internetten Werbemassnahmen alle heissen, sind dagegen schon vergleichsweise langweilig, locken aber vor allem nicht durch leicht und schnell verdientes Geld, zumindest, wenn man dies in Deutschland versucht, wo die breit gefächerte Online-Werbung doch noch in den Kinderschuhen steckt.

Zur Zeit macht gerade ein angehender britischer Student Furore mit einer ganz neuartigen Vermarktungsidee, die ihm – warum kleckern 😉 – am Ende eines Monats nicht weniger als 1 Million Dollar zur Finanzierung seines Studiums einbringen soll. Die Idee:
Seine Startseite wird in ein Raster eingeteilt und die dort vorhandenen genau 1 Million Pixel zu je 1 Dollar das Stück verkauft. Die Mindestabnahmemenge beträgt 100 Pixel, was für ein Miniatur-Icon gerade so reicht.
Die Seite nebst FAQ, Pixel-Shop, Klick-Statistik, Blog etc. heisst The Million Dollar Homepage, laut Ticker sind schon 15.000 Pixel verkauft und der (bald nicht mehr) arme Alex ist bereits derart am rotieren, die ganzen Icons einzubauen und zu verlinken, dass er gestern schrieb: for the first time ever in my life, last night I fell asleep AT MY DESK!!

Ansonsten hat das Prinzip aber doch was für sich, vor allem die zeitliche Begrenzung finde ich clever. Wenn dann am Ende genug für ein ganzes Studium herauskäme, lohnte sich auch die ein oder andere schlaflose Nacht. 😉
Einfaches nachbauen halte ich allerdings für wenig geeignet, diese Idee wirkt sicher nur, weil sie so neu und fluffig ist. Ausserdem gibt es leider in deutschen Landen vorher so manche bürokratische Hürde zu nehmen, wobei die Gewerbeanmeldung noch die leichteste Übung wäre, und auch das Finanzamt möchte unter Garantie ein Stück vom verdienten Kuchen abhaben.

Nichtsdestotrotz, dies soll ein Beispiel dafür sein, dass auch ungewöhnliche Methoden ausserhalb des Hängens am elterlichen Geldbeutel, Bafög, Kredit, Stipendium und ständiger Jobberei zur Studienfinanzierung beitragen können. Ein bisschen Innovation und Motivation abseits aller Unkerei über Studiengebühren etc. könnte uns wahrhaftig nicht schaden.

Also: Macht euch auf, tauscht euch aus und vor allem denkt euch was aus!
Und dann schreibt mir, damit ich diese Idee als leuchtendes Beispiel vorstellen und ein bisschen die Werbetrommel rühren kann.

Jobs während des Studiums

Unter den Absolventinnen und Absolventen der beiden zuletzt befragten Jahrgänge 1997 und 2001 gibt es nur eine kleine Minderheit von rund zehn Prozent, die zu keinem Zeitpunkt während des Studiums gearbeitet haben.
Die große Verbreitung studentischer Erwerbstätigkeit wird unter den neuen Studienstrukturen vermutlich rückläufig sein, wenn, wie zu erwarten steht, die Studiengänge eine stärkere Verdichtung der Studienanforderungen für die Studierenden erfahren.

Zitate aus dem hier interessierenden Teil der letzten aktuellen HIS Absolventenbefragung vom April 2004, speziell zur Erwerbstätigkeit während des Studiums und zur Art der Erwerbstätigkeit während des Studiums.

Nun ist diese Absolventenbefragung an Hochschülern/-innen des Prüfungsjahres 2001 durchgeführt worden, deshalb dürfte sich besonders die Rückläufigkeit studentischer Erwerbstätigkeit in den nächsten Jahren durch die Einführung von Studiengebühren und evt. Kürzung oder gar Abschaffung des Bafög eher ins Gegenteil verkehren.

Zur aktuellen Lage hat das BMBF ein paar Hintergrundinformationen bereitgestellt:
Ein Studium kostet ohne Studiengebühren heute im Schnitt 40.000 Euro. Den größten Teil davon machen dabei die Lebenshaltungskosten aus. Auch heute zahlen die Eltern vorrangig für das Studium ihrer Kinder. 23% der 2002 von der HIS GmbH befragten Abiturienten und auf andere Weise zum Studium Berechtigten nehmen kein Studium auf, weil ihnen die finanziellen Voraussetzungen fehlen. 69 Prozent der heutigen BAföG-Empfänger erklären, dass sie ohne BAföG nicht hätten studieren können. Durch Studiengebühren steigt die faktische Belastung, damit wird die Entscheidung in noch stärkerem Maße von finanziellen Erwägungen geleitet sein.
In den letzten fünf Jahren ist die Studienanfängerquote um 8 Prozentpunkte gesteigert worden – wie die Zahlen zeigen, ist dies nicht zuletzt auch auf die BAföG-Reform und die bessere finanzielle Sicherung der Studierenden zurückzuführen. Die empirischen Belege für einen Zusammenhang zwischen Studienneigung und Studienkosten sind damit nicht von der Hand zu weisen.

Immerhin tröstlich zu wissen: jobben ist gang und gäbe (ihr seid nicht allein ;-)); auch der wirtschaftliche Faktor durch günstige studentische Mitarbeit darf für manche mittelständische Unternehmen nicht unterschätzt werden. Inwieweit das dem allgemeinen Arbeitsmarkt gut tut, lasse ich mal dahingestellt.

[Hochschulabsolventenbefragung (PDF)]

68 % aller Studierenden jobben

In einer Pressemitteilung vom 11.07.2005 (PDF – wer bitteschön, stellt denn Pressemitteilungen lediglich als PDF ins Netz?) verweist das Deutsche Studentenwerk u.a. auch auf ihre aktuellste Sozialerhebung, nach der 68% aller Studierenden neben dem Studium jobben; ein Drittel könnte ohne den Nebenjob das Studium nicht finanzieren.
In Berlin und Hamburg sei die Suche nach einem studentischen Job eher schwierig, in München dagegen halten sich Angebot und Nachfrage die Waage.
Eine zeitlich befristete Beschäftigung während der Semesterferien wird nach Aussage des Studentenwerkes immer weniger offeriert, da die Unternehmen Studenten und Studentinnen lieber längerfristig beschäftigen wollen.

Aus diesem Anlass hat das Studentenwerk einen zweiseitigen Flyer herausgegeben, in dem in komprimierter Form Informationen zur studentischen Jobberei (PDF) zusammengestellt wurden.

Wer es etwas ausführlicher haben mag, der guckt sich in dieser Kategorie von Studium und Arbeit um.